Ein Ende des Verwirrspiels zu Reisegutscheinen?

Über viele Monate wurden Reisen und Flüge storniert – entweder vom Reiseveranstalter oder den Airlines, weil die Reisen nicht wie gebucht durchgeführt werden konnten oder von den Reisenden aufgrund umfassender Reisewarnungen. Die Rechtslage ist dabei trotz teils anderslautenden Informationen klar. Reiseveranstalter und Airlines müssen die bereits gezahlten Gelder binnen 14 Tagen an die Kunden erstatten. Dabei geraten sie auch ohne Mahnung in Verzug, wenn sie diese Frist nicht einhalten.

Doch trotz klarer Lage verweigern die Reiseanbieter oft die Erstattungen und bieten ihren Kunden stattdessen Gutscheine an. Zwischenzeitlich erwog die Bundesregierung sogar, die obligatorische Gutscheinlösung durchzusetzen, um die Liquidität der Reisebranche zu sichern. Aus Brüssel blieb es jedoch bei einer Ablehnung dieser Lösung: der von den Reiseanbietern angebotene Gutschein bleibt freiwillig. Viele Verbraucher hatten dabei bisher Angst, dass ein von ihnen akzeptierter Gutschein nicht, wie die ursprüngliche Reise, gegen Insolvenz abgesichert ist. Diese ist ab sofort unbegründet, denn die Bundesregierung hat zugesichert, die Gutscheine im gegen Insolvenz abzusichern.

Diese Klärung der Rechtslage hätte man sich etwas früher gewünscht, denn in der Zwischenzeit entstand viel Verunsicherung und auch (teils bewusste) Fehlinformation. So haben sich Reiseanbieter lange auf die angeblich kurz bevorstehende Einführung von Zwangsgutscheinen berufen und Erstattungen zurückgehalten. In der Praxis bleiben viele Verbraucher aber weiterhin auf den Kosten sitzen. Laut Deutschem Reiseverband wurden alleine Flugtickets im Wert von rd. 4 Mrd. EUR noch nicht erstattet.

Viele Airlines und zahlreiche Reiseveranstalter arbeiten teilweise mit Tricks und irreführenden

Informationen:

  • Sie suggerieren ihren Kunden, sie könnten umbuchen oder einen Gutschein verlangen
  • Sie verlangen unrechtmäßige Stornogebühren oder behalten geleistete Anzahlungen als Stornokosten ein.
  • Sie erschweren die Kontaktaufnahme und antworten nicht oder ändern sogar ihre Kommunikationsnummern und -adressen.
  • Sie weisen nur sehr versteckt auf das Recht auf Rückerstattung hin.
  • Sie behaupten, die 14-Tages-Frist gelte nur in Einzelfällen, nicht (wie derzeit) bei einer Vielzahl.
  • Sie berufen sich auch 4 Monate nach Beginn der Corona-Krise auf „Überlastung aufgrund Corona“.
  • Sie leisten nur unvollständig und erklären dann „für Sie sei mit der Zahlung der Fall abgeschlossen“.
 

All diese Erfahrungen zwingen Reisende, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, da sie ohne diese ihr nicht zu ihrem Recht kommen. Es ist zu erwarten, dass die Lage in den kommenden Monaten nicht unübersichtlicher und schwieriger zu bewerten sein wird. Durch aktuell sehr unterschiedliche Reisebeschränkungen und möglicherweise kurzfristige Entscheidungen der Reiseländer muss man die Lage aufmerksam verfolgen, um Kunden rechtlich entsprechend beraten zu können. Da die Reiselust der Deutschen, gerade jetzt zu Beginn der Sommerferien, ungebrochen scheint und ein Nachholbedarf nicht unwahrscheinlich ist, werden Entscheidungen und Rechtsstreitigkeiten zu mangelbehafteten oder ausgefallenen Reisen Anwälte und Gerichte wohl weiterhin beschäftigen.

Wenn auch Sie auf Erstattungen Ihres Reise- oder Fluganbieters warten, stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Auf unserer Seite stressimurlaub.de können Sie Ihre Stornierungen direkt eingeben und prüfen lassen. Für die Prüfung von Reisemängeln steht Ihnen unsere Seite claimguru.de zur Verfügung. Denn Sie haben ein Recht auf Ihr Recht!

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